Gestalttherapie

Gestalttherapie ist ein Angebot, Sie in Ihrer persönlichen Weiterentwicklung als Einzelperson, in einer Partnerschaft und im familiären Kontext in Krisen und Wendepunkten in eine Neuorientierung zu begleiten.

Kontakt aufnehmen

Wenn Sie sich für eine Psychotherapie* als Entwicklungsbegleitung interessieren, vereinbaren wir gern ein Erstgespräch. Dieses dient dem persönlichen Kennenlernen und dem Austausch, zu welchen Anliegen und in welchem möglichen Umfang ich Sie begleiten kann.

Einzeltherapie

Einzeltherapie (Gestaltpsychotherapie*) ist die geschützteste Form der therapeutischen Begegnung und besonders geeignet, den vertrauensvollen Kontakt zu sich selbst wiederaufzubauen.

Zur Einzeltherapie

Paartherapie

Paartherapie (Paarberatung, Eheberatung, Ehetherapie) – Sie erfahren wiederholt Enttäuschungen in Ihrer Paarbeziehung? Sie möchten Ihre bestehende Beziehung überdenken? Sie möchten Ihre Liebe füreinander wiederentdecken?

Zur Paartherapie

Familientherapie

Eskalieren Situationen, erleben Sie sich in wiederkehrendem Missverstehen in Ihrer Familie? Sind Sie in Ihrer Familie in Ihren gewohnten Pfaden in eine Sackgasse geraten?

Zur Familientherapie

* Erlaubnis zur Ausübung der Psychotherapie gemäß § 1 Heilpraktikergesetz seit 1994

Die Methoden der Gestalttherapie

  • Wir arbeiten je nach Thematik, Stand der Beziehungsgestaltung zwischen Therapeutin und Klientin/en und auch abhängig vom Verlauf der Kontaktentwicklung zwischen den Partnern/innen mit unterschiedlichen Methoden. Basis ist immer das Gespräch.
  • Experimente zur Unterstützung des gegenseitigen Verständnisses können zum Perspektivwechsel sehr förderlich sein.
  • Die klassische „Arbeit mit dem leeren Stuhl“ ermöglicht vielseitige Impulse: Wir können unterschiedliche sich manchmal widerstrebende Stimmen in uns kennen lernen. Wir versetzen uns in eine andere Person hinein und mutmaßen, wie sie sich zu einer Situation, einem Thema verhalten, äußern würde. Das erweitert unseren Blick auf die Situation sehr hilfreich.
  • In der Konfliktklärung helfen Methoden wie die Arbeit mit dem inneren Team, also die Reflexion auf die unterschiedlichen Anteile, die wir in uns tragen, um uns selbst und auch den Partner besser kennen zu lernen.
  • Überhaupt arbeiten wir in der Paarbegleitung manches Mal in Einzelarbeit mit einem der beiden Partner. Der/die andere ist dann sozusagen Zeuge/in der Arbeit. Das ermöglicht ein größeres Verständnis und auch Verstehen füreinander.

Das spezifische der Gestalttherapie und möglicher Ergebnisse

  • Gestalttherapie trägt ihren Namen nach der Gestaltpsychologie, die sich damit beschäftigt, wie wir beim Wahrnehmen Wirklichkeit konstruieren.
  • Die Gestaltpsychologie geht von dem ganzheitlichen Ansatz aus: Wir organisieren und strukturieren Wahrgenommenes auf eine für uns sinnvolle Weise.
  • Die Gestalttherapie beschäftigt sich mit dem Phänomen der Wahrnehmung, ihr geht es um die Verbesserung und Aktualisierung der eigenen Wahrnehmungsfähigkeit.
  • Probleme der Wahrnehmung können z.B. auftreten, wenn das aktuell Wahrzunehmende von vorher gemachten Erfahrungen überlagert wird. Dann wird nämlich nicht mehr wahrgenommen, was da aktuell ist, sondern eher, was wir hoffen oder was wir befürchten. Das in der Vergangenheit Erfahrene oder „Gelernte“ wird auf das Gegenwärtige projiziert.

    Zwei Beispiele an Projektionen:
    1. Jemand möchte sich neu verlieben, eine tragfähige Liebesbeziehung aufbauen, scheitert jedoch immer dann, wenn es um das Einlassen auf Nähe und Sexualität geht, zieht sich zurück, beginnt, das Gegenüber nicht mehr anschauen zu können, inszeniert Streit, um Gründe zu haben, Abstand zu bekommen, obwohl er/sie sich nach Nähe sehnt.
    2. Autoritätsangst: Der Chef/ die Chefin wird zum roten Tuch, sobald er/sie den Raum betritt. Der/die Angestellte kann sich nicht mehr ausdrücken, bekommt Schweißausbrücke und erlebt sich der Situation des Kontaktes in der angemessenen Zusammenarbeit hilflos ausgeliefert.
  • In beiden Situationen spielen wahrscheinlich alte Erfahrungen eine das heutige Verhalten bestimmende Rolle und wollen aufgearbeitet werden. Beide werden im aktuellen Kontakt überflutet mit aus der Vergangenheit bestimmenden Erfahrungen.

Die Geschichte der Gestalttherapie

In den 30er und 40er Jahren wurden die ersten Ansätze der Gestalttherapie von zwei deutschen Psychoanalytikern/innen während des Nationalsozialismus im südafrikanischen Exil entwickelt: von Lore Perls und Fritz Perls. Sie wollten dem/der Klienten/in als gleichberechtigte Partner/in begegnen.
Sie gaben den „sicheren“ Platz hinter der Couch wie in der klassischen Analyse auf und setzten sich dem Klienten/der Klientin auf Augenhöhe gegenüber.
Ende der 40er Jahre siedelten sie nach NY um und begegneten dem amerikanischen Schriftsteller und politischen Aktivisten Paul Goodman und nannten den psychotherapeutischen Ansatz Gestalttherapie.
Ende der 60er Jahre wurde die Gestalttherapiebewegung der Mittelpunkt der Human Potential Bewegung, einer politisch-spirituell-psychologischen Aufbruchsbewegung, in deren Mitte Fritz und Lore Perls in Esalen/CA lehrten und ein Weiterbildungs- und Therapie-Zentrum gründeten.

Wie „funktioniert“ Gestalttherapie?

Gestalttherapie heilt durch Würdigung: Der Klient kommt zur Therapeutin, weil er mit einem Lebensproblem meint, nicht mehr allein fertig werden zu können. Vorsichtig lässt ihn die Therapeutin erleben, dass er selbst in Wirklichkeit über eigene Ressourcen verfügt, die ihm das Überleben ermöglichen. Durch die Würdigung dieser Ressourcen kommt der Klient in Kontakt mit der Fähigkeit, Lösungen seines Problems für sich zu finden. Dieser Kontakt macht es ihm möglich, sich selbst, seine Mitmenschen und seine Umgebung so wahrzunehmen, dass er die Unterstützung spürt, die er daraus ziehen kann und die er sich folgend immer wieder neu in eigener Verantwortung zur Verfügung stellen kann.

Häufig sind die heutigen Verhaltensmuster das Ergebnis von früheren Problemlösungsversuchen. Sie waren sicherlich einmal hilfreich. Doch heute schränken sie eher ein.

„Würdigung“ heißt also, die Kraft zu spüren – eben: zu würdigen -, die in genau dem Verhalten liegt, das der Klient heute als „Problem“ erfährt. Durch diese Haltung der Würdigung kann der Klient in Kontakt mit seiner Fähigkeit kommen, alternative, neue, heute passendere Problemlösungen für sich selbst zu finden.
In der GTH geht es vor allem um die therapeutische Haltung, mit der Gestalttherapeuten/innen die Klienten/innen unterstützen, ihre eigene „organismische Selbstregulation“ wieder in Gang zu bringen. Damit ist die bei jedem vorhandene Fähigkeit gemeint, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen in für sie/ihn passender Weise nachzugehen.

Das bedarf nur dann einer Unterstützung, wenn diese Schritte nicht mehr gelingen.

Kosten für eine Gestalttherapie in Wiesbaden

Die Kosten für eine Gestalttherapie als einer professionellen Entwicklungsbegleitung werden von den gesetzlichen Krankenkassen leider nicht übernommen. Sie sind sozusagen eine wertvolle und lohnende persönliche Investition in die eigene Weiterentwicklung.

Auf Anfrage teile ich Ihnen die Kosten gern mit.

In Kürze: Was ist Gestalttherapie?

  • Ein Ansatz aus der humanistischen Psychologie
  • Gestalt ist ein deutsches Wort und bedeutet (organisiertes) Ganzes oder Konfiguration, es geht um eine Integration der unterschiedlichen Teile einer Persönlichkeit im Gegensatz zur Summe aller Teile: Die Teile einer Person, einer Gestalt sind mehr als die Summe aller Teile. Der Mensch als totaler Organismus funktioniert als Ganzes
  • Achtsame Kontaktgestaltung auf Augenhöhe
  • Die Grundannahme aus dem Verständnis einer psychodynamischen Entwicklungsfähigkeit: Der Mensch weiß im tiefsten Inneren, wie er weiterkommt, wie er Leid vermindert, sich entwickelt. Es braucht manchmal die Unterstützung, mit den eigenen inneren Beratern/innen in gute Verbindung zu kommen. Das nennen wir auch die jedem innewohnende Selbstaktualisierungstendenz.
  • Entwicklung geschieht in der Annahme dessen, was im Moment ist.
  • Ich lerne, in dem ich nicht nur darüber spreche, sondern im geschützten Rahmen ein Handeln und Fühlen antizipiere und reflektiere, um es dann außerhalb des geschützten therapeutischen Rahmens anzuwenden und somit in mein neues Handlungskonzept einzubeziehen,
  • Die therapeutische und beratende Beziehung dient im besten Falle als konstruktives Modell für ein neues Handeln, Fühlen, Angenommen - Sein, sich Abgrenzen-Können
  • Ergebnis des Therapieprozesses ist dann im Kleinen und Großen immer eine gute Fähigkeit, innerlich zu verhandeln zwischen den Bedürfnissen nach Anerkennung und Sicherheit und der Stabilität, für eigene Entscheidungen in respektvoller Abgrenzung die erwachsene Verantwortung zu übernehmen.