Teamentwicklung, Führung und Motivation

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Teamentwicklung, guter Führung und Motivation? Welche Basis sollte geschaffen werden, damit Mitarbeitende ihre Motivation erhalten, effektiv und sinnerfüllt arbeiten können und nicht durch schlechte Führung eine deutlich sich auch auf die Arbeitsergebnisse und die Zusammenarbeit negativ auswirkende Folge die Motivation mindert und im schlimmsten Falle abtötet?

In diesem Artikel von Florian Grolman, den Nikola Knorr deutlich bearbeitet hat, werden Aspekte beschrieben, die die Mitarbeitenden in ihrer Motivation fördern und ihnen durch Zutrauen, klare Erwartungsmitteilungen und eine gute Nachhaltkultur der Teamleitung, die von der Führungsebene modellhaft mitgetragen und gelebt wird, einen professionellen und teamfördernden Anteil an Partizipation ermöglichen.

Was ist Teamentwicklung?

Unter Teamentwicklung werden oftmals Spiele zur Teamfindung verstanden, wie Outdoor-Aktivitäten, Übungen im Hochseilgarten, Wildwasserfahrten oder das Meistern anderer künstlicher Herausforderungen in der Natur. Andere Beratungstrends fokussieren auf die Verbesserung der Zusammenarbeit durch Definition von Schnittstellen, Aufgaben und Rollen oder auch das Bearbeiten von Konflikten im Team. Wir verwenden den Begriff Teamentwicklung noch umfassender. Unter Teamentwicklung verstehen wir alle Maßnahmen, die getroffen werden, um die Bedingungen für die Zusammenarbeit insgesamt zu verbessern. Dazu gehören explizit auch Aspekte von guter Mitarbeiterführung – also Voraussetzungen, welche Führungskräfte schaffen müssen, damit die Entwicklung von losen Gruppen zu funktionalen Teams überhaupt stattfinden kann. Teamentwicklung hat also zum Ziel:

  • Die Gesamtleistung des Teams zu optimieren
  • Teammitglieder zu motivieren und Identifikation zu ermöglichen
  • Ein gesundes Arbeitsklima herzustellen

Gute Führung ist aus unserer Sicht zwingende Grundvoraussetzung dafür, dass Teamentwicklungsmaßnahmen nachhaltig wirken können.

Die Bedürfnispyramide nach Maslow

Der amerikanischer Psychologe Abraham Maslow (1908-1970) hat ein Ordnungssystem für menschliche Bedürfnisse entwickelt und diese in hierarchische Ebenen eingeteilt. Nach diesem Modell sind die Bedürfnisse der breitesten Ebene ganz unten (physiologische Bedürfnisse) die wichtigsten. Erst, wenn elementare existentielle Bedürfnisse wie Hunger oder Durst gestillt sind, ausreichende Erholung durch Schlaf möglich ist, die Räume ausreichend geheizt sowie genügend Luft und Licht vorhanden sind, ist der Mensch motiviert, sich um die Befriedigung der Bedürfnisse auf der jeweils nächst höher liegenden Ebene zu kümmern. Aus dem Modell lassen sich erste Antworten formulieren auf die Frage, wie nachhaltige Teamentwicklung, Führung und Motivation zusammenhängen. So wird am oberen Ende der Maslowschen Bedürfnispyramide deutlich, dass Wertschätzung und Teilhabe an wichtigen Entscheidungen (Ebene 4 – Wertschätzung) notwendige Voraussetzungen sind, bevor Teammitglieder bereit und fähig sind, Höchstleistungen im Team zu vollbringen (höchste Ebene – Selbstverwirklichung).

Wenn man Teams danach fragt, was sie brauchen, um motiviert zu arbeiten, werden oftmals auch noch weitere Faktoren für motiviertes Arbeiten genannt:

  1. Fairer Umgang miteinander (im Team mit und von den Führungskräften),
  2. faire und als „gerecht“ empfundene Aufgabenteilung,
  3. Loyalität in der „Teamkultur“ unter den Teammitgliedern und gegenüber dem Kunden,
  4.  Transparenz über alle, Rahmenbedingungen und Informationen, die die gemeinsame Arbeit angehen,
  5. Förderung der Rahmenbedingungen durch die Teamleitung, die einen hohen Grad an Selbstorganisation und Verantwortungsübernahme ermöglichen.

Wie entsteht ein gutes Teamgefühl?

Anforderungen, die erfüllt sein müssen, damit ein gutes Teamgefühl entsteht:

  1. Teammitglieder stehen füreinander ein, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen (gerade dann, wenn’smal „eng“ wird)
  2. Man kann sich menschlich aufeinander verlassen („Wir sind stets fair im Umgang miteinander! „)
  3. Man kann einander fachlich vertrauen („Ich weiß, dass die anderen ihr Bestes geben, um gute Arbeit zu machen„)
  4. Das Team macht untereinander immer wieder die Erfahrung, dass alle Teammitglieder die gemeinsamen Teamziele wichtiger erachten als die individuellen Ziele (und die Teamleitung dies mitträgt und entsprechend handelt).